Neurobiologische Prozesse beim Lernen – Was passiert im Gehirn, wenn wir lernen?

Wie Lernen aus Sicht des Gehirns funktioniert und warum Lernprozesse gerade bei Menschen mit geringer Literalität oft anders verlaufen, ist Thema dieses Workshops für Lehrende. Die Veranstaltung verbindet aktuelle neurobiologische Erkenntnisse mit didaktischen Fragen aus Kursen mit heterogenen Lernvoraussetzungen.

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Bereiche des Gehirns, die für erfolgreiches Lernen eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehört der präfrontale Cortex als Schaltstelle für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle und komplexe Problemlösungen. Behandelt wird auch die Frage, warum dieser Bereich bei kognitiver Überlastung oder emotionalem Stress gewissermaßen „offline“ gehen kann, Stichwort transient hypofrontality. Außerdem geht es um das limbische System als emotionales Bewertungszentrum, das Lernreize als bedeutsam oder irrelevant einordnet, sowie um die Rolle von Sicherheit, Zugehörigkeit und Beziehung für den Lernerfolg. Ergänzend werden Neurotransmitter wie Dopamin, Oxytocin und Noradrenalin betrachtet, die Motivation, Fokus und Gedächtnisprozesse beeinflussen. Dabei wird gezeigt, wie positive Lernsettings, Ritualisierung und Erfolgserlebnisse diese Systeme aktivieren können.

Darauf aufbauend wird erläutert, warum Lernende mit geringer Literalität besondere Herausforderungen haben. Dazu zählen der eingeschränkte Zugriff auf Schriftspracherfahrungen, eine erhöhte kognitive Last, stressbedingte Blockaden im präfrontalen Cortex, schwache Automatisierungsprozesse sowie negative Lernerfahrungen, die das limbische System dauerhaft sensibilisieren können. Um diese Hürden zu überwinden, werden neurodidaktisch fundierte Zugänge vorgestellt, die direkt im Unterricht einsetzbar sind.

Wo? Zinzendorfhaus, Zinzendorfplatz 3, 99192 Neudietendorf

Veranstalter: Thüringer Volkshochschulverband e.V.

Anmeldung

Datum

27. Aug. 2026

Uhrzeit

9:30 - 17:00
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